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Ciudad Real, 09-11 de Mayo de 2017

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NOTAS DE PRENSA

Luis A. de Villena auf der Fenavin: "Als Mittelmeervolk haben wir die kulturelle Pflicht, der angelsächsischen Prohibition etwas entgegen zu setzen"

Der bekannte Autor von Prosa und Lyrik Luis Antonio de Villena leitete die Podiumsdiskussion Wein: Sinnlichkeit und Mystik mit den Dichterinnen Ana Rosetti und Clara Janés und dem Dichter Jaime Siles

12.05.2011 | 

"Wir haben die kulturelle Pflicht, der angelsächsischen Kultur, die auf dem Genuss von Spirituosen basiert, und sich für eine Prohibition stark macht, etwas entgegen zu setzen. Schließlich ist der Alkoholgehalt von Wein sehr viel geringer und darüber hinaus ist er ein gesundes und nahrhaftes Getränk, das ich in Maßen seit meinen 12. Lebensjahr trinke", so äußerte sich zum Auftakt der Gesprächsrunde Wein: Sinnlichkeit und Mystik, an der die Lyriker Ana Rosetti, Clara Janés und Jaime Siles teilnahmen, Luis Antonio de Villena, Autor von Prosa und Lyrik sowie Kolumnist der Presse.

Für Luis Antonio de Villena "gehört Wein in die westliche Kultur und ist eng verknüpft mit dem Mittelmeerraum. Wein als Grundmetapher eines genießerischen Lebens ist das Tor zu den Sinnesfreuden". Aus diesem Grund wandte sich Villena gegen die Prohibition der Angelsachsen, "deren Kultur mit dem Trinken von hochprozentigen Schnäpsen verknüpft ist, deshalb verbreiten sie die Botschaft, dass Alkohol schädlich ist. Aber unser Wein hat längst nicht so viele Prozent und gehört seit der Antike zu unserer Kultur. Deshalb haben wir die kulturelle Verpflichtung, uns ihrer Prohibition nicht zu unterwerfen, und als Mittelmeervolk unsere Kultur des Weintrinkens in Maßen ab der Pubertät zu verteidigen".

Wenig Wein trinken ab 12 Jahren bis 100

Und er erläuterte diese Haltung an seiner eigenen Geschichte: "Mir gab man ein wenig Wein zum Essen ab meinem 12. Lebensjahr, und das war gesund, denn mein über 90jähriger Großvater trank immer Wein in Maßen zum Essen, als etwas gesundes, weil Wein gut ist".

Villena stellte eine Gesprächsrunde wie diese in den Kontext der Verbindung von Wein und Dichtung in der Kultur des Mittelmeerraums und Europas seit der griechisch-römischen Zivilisation und behauptete, dass "das Stadium des Mystikers dem des Trunkenen gleicht. Wein ist ein immer wiederkehrendes Element in der Dichtung. Er wurde seit jeher als Genussmittel, aber auch als geistiges Getränk besungen. Außerdem trank man Wein während verschiedener kultischer Treffen. Besonders in der Antike veranstaltete man nachts oft Bankette, auf denen Wein getrunken wurde. Es stimmt zwar, dass der Wein in Griechenland und Rom mit Wasser verdünnt wurde, aber Wein bleibt schließlich Wein. Zusammenkünfte wurden mit Wein gefeiert und in der Dichtung besang man vor allem zwei seiner Aspekte: seinen Genuss bzw. seine Wirkung zur lustvollen Ekstase, einerseits."

"Und andererseits den Wein als geistiges Symbol. Ein Mystiker beschrieb seine eigenen Erfahrungen, als ‚Trunkenheit'. Dem Rausch kommt hier vor allem symbolische Bedeutung zu", sagte er und las zur Illustration ein paar wunderschönen Verse des arabischen Dichters Abu Nuwas aus dessen "Weingesang".

Clara Janés: Die Engel stehen an der Schenkentür

Die katalanische Dichterin Clara Janés sprach von Engeln und der Dichtkunst, besonders von den Sufi-Gedichten und begann mit einem Zitat aus Hafiz Shirazi, in dem der persische Dichter die Engel an die Tür der Schenke stellt und von der Stadt Shiraz spricht, dem Land von Wein und Rosen, und beschreibt, wie der Wein "den Leib entfacht und dem Geist hilft".

Weitere zitierte Dichter waren Jalal Ud din Rumi und ein anonymer Ägypter, der den Wein und die Dichtkunst zweitausend Jahre vor Jesus besang. Auch Johannes vom Kreuz wurde genannt und Omar Khayyam, der große Weinsänger.

Diese Dichter haben uns die Botschaft hinterlassen, dass "der Wein die Toten aus ihren Gräbern erstehen lässt", und die mystische Liebe fördert: "Im inwendigen Weinkeller meines Geliebten trank ich".

Jaime Siles: Rebe, Olive und Weizen waren in der klassischen Antike unser Uran

Der Dichter und Professor für alte Sprachen Jaime Siles erinnerte daran, dass Rebe, Olive und Weizen in der Antike den Reichtum der Menschen darstellten, wie heute das Uran, denen der höchste Wert zugeschrieben wurde, um sich dann in die Texte von Epikur, Hesiod, Theofas, Aristoteles, u.a. zu vertiefen, die davon sprechen, dass "die Liebe so anregend ist wie der Wein".

Seit der Odyssee bis zur Ilias entdeckten diese Klassiker für uns, dass der Wein eine Wahrheit sei, weil er uns zur Ekstase führt, oder dass, der Wein das Vergnügliche der Unterhaltung sei.

Ana Rosseti: Wein, Mystik und Sinnlichkeit haben gemeinsam, dass sie uns entführen

Ana Rosseti aus Cádiz hat für sich festgestellt, dass "Wein, Mystik und Sinnlichkeit gemeinsam haben, uns von uns selbst zu entführen, deshalb erstaunt es mich nicht, dass die Trunkenheit in einigen Kulturen als heilig galt".

Sie bezog sich auf die christliche Mystik und das Hohelied, in dem es heißt: "... denn deine Liebe ist besser als Wein", und "... wollen deine Liebe preisen mehr als Wein!"

Die Dichterin aus Cádiz hat eine Vorliebe für Palo Cortado

Sie lobte die Fenavin und fand: "Wir Spanier müssten uns mehr für die Weinkultur interessieren, weil sie Teil der Menschheitsgeschichte ist, seit die Menschen sesshaft geworden sind, der Wein ist ein Kulturgut unserer Geschichte und das alkoholische Getränk, das in den literarischen Texten am häufigsten zitiert wird".

Sie selbst frühstückt gerne mit Cavas und Schaumweinen; nimmt einen gekühlter Weißwein zum Aperitif, zum Mittagessen und nach Tisch Rotwein und dazwischen, beim Plausch, einen würzigen Sherry oder besser einen Palo Cortado - ein üppiger, mahagonifarbener Jerez.

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