Le informamos que utilizamos cookies propias y de terceros para ofrecerle un mejor servicio, de acuerdo con sus hábitos de navegación. Si continúa navegando, consideramos que acepta su uso. Puede consultar nuestra Política de Cookies aquí.

Ciudad Real, 09-11 de Mayo de 2017

Ciudad Real, 09-11 de Mayo de 2017

Buscador

Buscar

SALA DE PRENSA

NOTAS DE PRENSA

"Die besten Aussichten auf dem Markt haben Erzeuger und Vertriebsleute, die mit den Verbrauchern kommunizieren"

Robert Joseph, eine der 50 einflussreichsten Persönlichkeiten der globalen Weinwelt, analysierte heute Morgen auf der FENAVIN die Übersättigung des Weinmarkts und die nötigen Verkaufsstrategien, um sich von der Konkurrenz abzuheben

12.05.2011 | 

Der englische Weinanalyst, Journalist und Produzent Robert Joseph hielt heute auf der FENAVIN einen meisterhaften Vortrag über das Thema: ‚Das große Rätsel - welche Weine verführen den Verbraucher wo auf der Welt?' Dies ist angesichts der immer zahlreicheren Weingüter und Weinkellereien sowie dem allgemeinen Umsatzrückgang ein elementares Thema für den Sektor.

Joseph ist Chefredakteur von Wine Business International und gilt laut der angesehenen britischen Fachzeitschrift Decanter als eine der 50 weltweit einflussreichsten Persönlichkeiten auf dem Gebiet des Weins. Zu Beginn seines Vortrags verglich er den Weinkauf mit dem speed dating, diesem kurzen Entscheidungsmoment, womit er sagen wollte, dass die Zeit, zu verkaufen, was wir erzeugt haben, sehr knapp ist. Die durchschnittliche Überlegung beim Weinkauf im Supermarkt beträgt eine Minute, in der wir vor einem Regal mit einer schier endlosen Auswahl stehen. Was ist also Ausschlag gebend für den Griff nach der einen oder der anderen Flasche? Unter dem Motto, ‚Do I like it?', erklärt er, wie wichtig es sei, den Kunden zu belauschen und mit ihnen zu sprechen. Die Erzeuger und Vertriebsagenten, die mit den Verbrauchern kommunizieren, haben einen Vorteil auf dem riesigen Weinmarkt.

Dieser Markt wird exponentiell immer weiter wachsen - mit der Zahl der Weingüter in Übersee (Südamerika, China, Australien, Südafrika …) und auch mit der Zahl neuer Marken und Weine. Im Vergleich zur Neuen Welt, die inzwischen Nachhaltigkeitszertifikate für all ihre Produkte vorlegen kann, verhält Europa sich wie ein Vogelstrauß, der den Kopf in den Sand steckt. "Was das angeht, ist Europa sehr rückständig, und das wird sich auf Dauer negativ auf den Verkauf im internationalen Markt auswirken", erklärt der Experte.

"Zurzeit gibt es mehr Wein denn je, außerdem haben wir seit den 1960er Jahren einen Produktionsüberschuss, aber im Gegensatz zu damals ist der Wein heute von sehr guter Qualität, was eine globale Herausforderung darstellt. Deshalb ist es jetzt besonders wichtig, sich von der Konkurrenz abzuheben und dafür gibt es nur einen Weg: dem Kunden das bieten, was er trinken und kaufen möchte", erklärt Joseph.

In einem globalisierten Markt, der lebendig ist, sich ständig im Wandel befindet und in dem der Kunde ein breites Angebot vorfindet, ist es wichtig, eine Ausgewogenheit zwischen drei Kriterien zu erreichen, die den Kunden zum Kauf bewegen: Qualität, Stil und Preis. Diese drei Punkte markieren die typisch menschliche Dichotomie aus Verlangen und Angst. Der Weinmarkt zeichnet sich dadurch aus, dass nur sehr wenige starke Marken existieren, außerdem ist die Werbung durch beschränkte finanzielle Mittel ineffizient. Hinzu kommt, dass die Macht von Weinkritikern und Journalisten schwindet, weil viele Kunden sich vornehmlich im Internet - in Blogs oder sozialen Netzwerken - informieren. Auch die Bedeutung persönlicher Empfehlungen durch Bekannte wird beim gezielten Weinkauf immer größer. Außerdem nehmen das ‚Ausgefallene' und die Individualität beim Kunden an Wichtigkeit zu, daneben wächst die Tendenz zu einfachen, leichten Weinen sowie zu milden, lieblichen Weißweinen. Auch weibliche Kunden spielen heute eine wichtige Rolle als regelmäßige Weinkäuferinnen, weshalb man sie nicht außer Acht lassen darf. Frauen achten laut Joseph vor allem auf Qualität und Stil der Produkte. Sie legen beim Einkauf auf andere Dinge Wert als Männer. Ihnen geht es vor allem darum, für sich und für die Menschen ihrer Umgebung ein gewisses privates Ideal zu schaffen, Prestige ist ihnen zweitrangig. Männer hingegen richten sich vor allem nach Region und Marke. Von daher muss von der Vorstellung, dass Wein ein Getränk von Männern für Männer ist, das man vor allem mit der komplizierten Fachsprache von Önologen und Winzern verkauft, allmählich abgerückt werden.

Abschließend erläuterte Joseph das neuartige System des QR-Codes (Quick Response Barcode) einem zweidimensionalen Strichcode zur Informationsspeicherung, der von einer japanischen Firma erfunden wurde. Der Code zeichnet sich durch drei Quadrate in den Ecken aus, die einen Internetlink darstellen, durch den sich der potentielle Kunde alle gewünschten Informationen über das Produkt herunterladen kann. "Es ist sehr wichtig, dieses Tool zugänglich zu machen, denn es stelle eine direkte Verbindung her zwischen den Erzeugern und dem Geschmack bzw. den Vorlieben der Kunden. Im Kern geht es darum herauszufinden, was der Kunde verlangt, denn nur Erzeuger und Vertriebsleute, denen es gelingt mit den Verbrauchern zu kommunizieren, werden sich langfristig auf dem Markt durchsetzen können", erklärt der Experte.

Volver