Le informamos que utilizamos cookies propias y de terceros para ofrecerle un mejor servicio, de acuerdo con sus hábitos de navegación. Si continúa navegando, consideramos que acepta su uso. Puede consultar nuestra Política de Cookies aquí.

Ciudad Real, 09-11 de Mayo de 2017

Ciudad Real, 09-11 de Mayo de 2017

Buscador

Buscar

SALA DE PRENSA

NOTAS DE PRENSA

Der Gastronomie-Experte Gonzalo Sol de Liaño debattiert in seiner Talk-Runde mit Weinbauern und Kellermeistern über den rückläufigen Binnenverbrauch von Wein in Spanien

Der Schriftsteller aus Madrid leitet am 12. Mai eine Talk-Runde auf der Spanischen Weinmesse (FENAVIN), die er als außergewöhnlich bezeichnet. "Es ist die Messe mit dem größten Wachstum und den besten Aussichten für die Zukunft", so Sol de Liaño.

05.05.2011 | 

Der Gastronomie- und Weinexperte Gonzalo Sol widmet sich auf der FENAVIN, die vom 10. bis zum 12. Mai in Ciudad Real veranstaltet wird, dem rückläufigen Binnenverbrauch in Spanien. Dieses Problem bei der Vermarktung von Wein ist ein großes Hindernis für Winzer und Kellermeister.

Der Preisträger des Nationalen Gastronomiepreises hält es für unumgänglich, die Diskussion über diese große Hürde für den spanischen Markt wieder aufzugreifen und mit allen Beteiligten nach Lösungsansätzen zu suchen. In der Talk-Runde Rückläufiger Binnenverbrauch. Was haben wir falsch gemacht? am 12. Mai um 10.00 Uhr, setzt Sol de Liaño sich mit der aktuellen Lage auseinander, wobei er von einem Kellermeister und einem Landwirt unterstützt wird.

Gonzalo Sol weist darauf hin, dass der Wein in den letzten dreißig bis fünfunddreißig Jahren so bedeutend war, wie nie zuvor: Überall seien Wein-Clubs, Verkostungen, Weinführer, Fachzeitschriften und Sommeliers aufgetaucht. Nichts desto trotz ist der Weinkonsum um achtzig Prozent gesunken - was ebenfalls eine noch nie dagewesene Entwicklung darstellt. "In Spanien haben wir heute einen durchschnittlichen Verbrauch von 14 Litern pro Person und Jahr. In den 1970ern waren es noch 70 bis 75 Liter", erklärt der Experte.

Auch im Vergleich zu anderen Ländern werde in Spanien eher wenig Wein konsumiert: In Dänemark trinke man ungefähr vielmal so viel- in der Schweiz und Kalifornien doppelt so viel- und in Frankreich und Italien fast fünfmal so viel Wein wie in Spanien, informiert Gonzalo Sol. Trotzdem gebe es in diesen Ländern laut Statistik nicht mehr Verkehrsunfälle oder Alkoholiker. Der Journalist und Autor ist sich bewusst, dass Spanien niemals zu dem Stand der 1970er Jahre oder einem Verbrauch von 50 Litern pro Kopf zurückkehren wird, aber er hält 35 bis 40 Liter pro Person für ein realistisches Ziel.

Der spanische Weinsektor stütze sich zurzeit vor allem auf den Export, allerdings von Produkten des Niedrigpreissegments. Der Durchschnittsumsatz liegt bei 1,09 Euro für einen Liter, "nach Frankreich sogar nur bei 0,30 Euro pro Liter - wohin Spanien drei Millionen Hektoliter ausgeführt hat."

"Was haben wir falsch gemacht?"

"Irgendetwas haben wir falsch gemacht", bedauert der Experte. Er erwähnt in diesem Zusammenhang das Einebnen von 650. 000 Hektar Rebflächen, die Schwierigkeiten von Weingütern ohne Exportmöglichkeit, die geringe Unterstützung von Seiten der Regierung für den Sektor und dessen Bewerbung, die teils überhöhten Preise in der Gastronomie und die negative Darstellung von Wein und Alkohol in den Medien, obwohl der Konsum in Spanien merklich zurückgegangen ist und der Binnenverbrauch sich auf einer Talfahrt befindet. In Bezug darauf zitiert Gonzalo Sol Artikel 2 des Gesetzes 24/2003 zu Rebe und Wein, das vom spanischen Parlament verabschiedet worden ist: "Wein ist ein natürliches Nahrungsmittel, das ausschließlich aus der vollständigen oder Teilgärung von frischen Trauben (gepresst oder nicht) oder von Traubenmost gewonnen wird."

Ein weiterer Fehler ist, nach Meinung des Experten, die Weinwerbung, die sehr speziell und für Normalsterbliche nur schwer verständlich ist. "Mich persönlich schrecken Sätze wie ‚Die Farbe eines Rotweins gleicht der einer Süßkirsche' oder ‚der Wein hat eine leichte Lakritznote' eher ab", erklärt Sol de Liaño. Auch dass Familien immer seltener gemeinsam essen, ist eine einschneidende soziale Veränderung, die den Weinkonsum beeinflussen kann. "Als ich ein Kind war, stand immer eine Flasche Wein für meinen Vater, der Arzt war, auf dem Tisch. Ich selber durfte nicht trinken, bis ich achtzehn war. Aber heute essen die Kinder in der Schule und die Eltern haben kaum Zeit, sich mit der ganzen Familie an den Tisch zu setzen."

Spanien als Marke

Auf der Eröffnung der FENAVIN sprach Nemesio de Lara, der Präsident der Messe, davon, dass Spanien sich als eine Marke wie Frankreich oder Kalifornien etablieren müsse. Dem kann Sol de Liaño nur zustimmen: "In Bordeaux gibt es über fünfzehn Herkunftsbezeichnungen, trotzdem spricht man nur von französischem Wein - oder eben von dem Bordeaux, nicht von speziellen Herkunftsregionen." Als Hindernisse für eine spanische Weinmarke sieht der Experte die Konkurrenz zwischen den verschiedenen Weingütern und Herkunftsbezeichnungen sowie die politischen Interessen einiger Autonomer Regionen.

Der Weinautor aus Madrid nahm bereits auf der fünften FENAVIN mit dem Ökonom Ramón Tamnes an einer Talk-Runde teil. Die beiden verbindet seit ihrer gemeinsamen Schul- und Studienzeit eine enge Freundschaft. Gonzalo Sol ist begeistert von der Spanischen Weinmesse, die er als außergewöhnlich bezeichnet. "Es ist die Messe mit dem größten Wachstum und den besten Aussichten für die Zukunft", so der Experte. Er lobt außerdem das anregende kulturelle Rahmenprogramm der FENAVIN.

Gonzalo Sol ist ein großer Liebhaber des spanischen Weins: "Noch nie hatten wir in unserem Land besseren Wein, mehr Bodegas oder eine größere Vielfalt an Marken." Er fügt hinzu, dass die Auswahl im Restaurant hin und wieder schwer falle, ein Bereich, der für den Weinsektor, der immer noch an den Auswirkungen der Finanzkrise leidet, eine große Rolle spielt.

Gonzalo Sol de Liaño (geboren 1935 in Madrid) ist Autor und Herausgeber der ersten Gourmet-Führer Spaniens, für die er den Nationalen Gastronomiepreis verliehen bekam. Er ist außerdem der Verfasser von zahlreichen Kolumnen, Zeitungs- und Fachzeitschriftenartikeln und Preisträger des Premio Canal Cocina für die beste Küchensendung im Radio sowie des Premio Maître 5 Estrellas für den besten Gastronomiejournalismus. Zurzeit moderiert er die Radiosendung Der Wein von der Rebe bis zum Glas - das Rezept vom Feld oder aus dem Meer bis auf den Tisch (El vino de la cepa a la copa, la receta del campo o la mar a la cocina, y la mesa), die samstags von Kanal Intereconomía ausgestrahlt wird. Er ist außerdem Autor einer Vielzahl von Büchern und arbeitet gerade an seinem Werk Casa y cocina (Haus und Küche).

Volver