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Ciudad Real, 09-11 de Mayo de 2017

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NOTAS DE PRENSA

"Die Herkunft eines Weins ist für viele Kunden zweitrangig - sie wählen eher nach Rebsorte oder Marke. Eher selten suchen sie auf dem Etikett eine ganz bestimmte Anbauregion"

Robert Joseph – laut der angesehenen britischen Fachzeitschrift Decanter eine der 50 einflussreichsten Persönlichkeiten auf dem Gebiet des internationalen Weins – hält am 12. Mai einen Vortrag auf der Spanischen Weinmesse FENAVIN

26.04.2011 | 

In seinem Vortrag Das große Rätsel: Welche Weine verführen den Verbraucher wo in der Welt? wird der englische Weinanalyst, Berater und Buchautor Robert Joseph zweifellos die anwesenden Winzer und Verschreiber mit seinen Ratschlägen inspirieren. Die Veranstaltung findet am 12. Mai auf der FENAVIN statt.

Joseph ist Chefredakteur von Wine Business International und gilt laut der angesehenen britischen Fachzeitschrift Decanter als eine der 50 einflussreichsten Persönlichkeiten auf dem Gebiet des Weins. Und obwohl der Experte vorab nicht zuviel über den Schlüssel zum Geschmack der Weinkunden preisgibt, verrät er uns in diesem Interview doch so viel: "Das ‚Ausgefallene' und die Individualität gewinnen beim Weinkauf immer mehr an Bedeutung. Außerdem spielen weibliche Kunden in diesem Geschäft heute eine wichtige Rolle".

In Ihrem Vortrag werden Sie über den Schlüssel zum Geschmack der Weinkunden weltweit sprechen. Natürlich wollen wir nichts vorwegnehmen, aber können Sie uns verraten, ob es Gemeinsamkeiten beim Weingeschmack gibt?

Natürlich unterscheiden sich Länder in Bezug auf Weinkultur und Geschmack, es gibt jedoch allgemeine Tendenzen. Die Menschen in Barcelona, Boston und Peking sehen dieselben Hollywood-Filme, essen Häagen Dasz Eis, trinken ihren Kaffee bei Starbucks und kaufen bei IKEA, GAP und Zara ein ... Der Weinsektor wäre gerne immun gegen diese Tendenzen, aber er ist es nicht. Weltweit bilden sich Preis- und Qualitätsextreme heraus: Das Segment der Tischweine steht dem der Super Premium Weine gegenüber. Es ist immer von Nachteil zwischen diesen beiden Extremen zu stehen, das gilt für Kleidung genauso wie für Fluglinien oder Hotels. Das Problem ist, dass die preiswerten Produkte nicht schlecht genug sind, so dass selbst wohlhabende Leute mit Billigfliegern reisen und günstige Kleidung tragen. Gleichzeitig möchten die einfachsten Leute modische Sportschuhe tragen ...

Es gibt zwei weitere große Veränderungen. Erstens gewinnt die Individualität mehr und mehr an Bedeutung: Obwohl sich einige immer noch an der Mode oder den Anderen orientieren, ist es heute von der Gesellschaft akzeptiert, anders zu sein, und sei es, dass man kein Fleisch isst, Rotwein zu Fisch trinkt oder nur rote Kleidung trägt ... Die zweite Veränderung ist, dass weibliche Kunden heute eine wichtige Rolle spielen. Frauen legen beim Einkauf auf andere Dinge Wert als Männer. Ihnen geht es vor allem darum, für sich und für die Menschen ihrer Umgebung ein gewisses privates Ideal zu schaffen, Prestige ist ihnen zweitrangig. Beim Wein suchen Männer eher nach statusträchtigen Merkmalen, wie Jahrgang, Prädikat, guten Kritiken, Herkunftsbezeichnungen etc. Frauen orientieren sich eher an Faktoren, die ihnen Qualität und Stil des Weines garantieren. Und wir fragen uns, ob der weibliche Einfluss nicht auch bewirkt, dass persönliche Empfehlungen heutzutage mehr ins Gewicht fallen als Bewertung von Weinkritikern.

Sie sind Experte für Weingeschmäcker weltweit. Was unterscheidet die spanischen Weine vom Rest der Welt?

Oberflächlich gesehen sind da natürlich erstmal die Traubenvarietät - vor allem der Tempranillo und der Albariño - und das traditionelle Eichenfass. Ich glaube, dass sich Spanien momentan vor allem durch seine Innovationen auszeichnet. Hier werden einzigartige neue Stilrichtungen erschaffen, die man so nirgendwo sonst finden kann. Besonders Regionen wie Castilla-La Mancha sind in diesem Bereich sehr kreativ.

Ist es Ihrer Meinung nach besser ein Gesamtbild des spanischen Weins zu vermarkten oder die regionale Vielfalt hervorzuheben?

Wie viele von den feinen Weintrinkern in Madrid oder Barcelona können schon sagen, woher Weine mit den Namen Maipo und Maipú auf dem Etikett kommen? Und wer kennt den Unterschied zwischen Reuilly und Rully? Solange eine regionale Herkunftsbezeichnung nicht den Bekanntheitsgrad von La Rioja, Bordeaux oder Chianti erreicht hat, ist sie nur für eine kleine Gruppe von Weinliebhabern interessant. Die Herkunft eines Weines ist für viele Kunden zweitrangig - sie wählen eher nach Rebsorte oder Marke aus. Immer seltener suchen sie auf dem Etikett nach einer bestimmten Anbauregion suchen. Die Antwort auf Ihre Frage lautet also: Während die Herkunftsbezeichnung oder Traubenvarietät hilfreich sind, um seinen eigenen Weinstil zu finden, hängt der kommerzielle Wert eines Weins immer vom Flaschenpreis, vom Produktionsvolumen und vom Ruf ab, den die Region bereits erworben hat. René Barbier, Álvaro Palacios, Josep Lluís Pérez vom Weingut Mas Martinet und Dafne Glorian haben gemeinsam dazu beigetragen, die Region Priorat berühmt zu machen. Davon profitiert auch jeder andere Weinerzeuger aus der Region, der ‚Priorat' auf sein Etikett schreiben kann. Das kann man zum Beispiel über Montsant noch nicht sagen.

Welchen spanischen Wein würden Sie zu einer guten spanischen Paella wählen?

Mein derzeitiger Lieblingswein aus der Region Castilla-La Mancha ist der Dominio de Valdepusa Summa Varietalis 2005. Aber der ist womöglich zu schwer für eine Paella. Vielleicht wäre ein leichterer Wein, wie Los Vividores Tempranillo 2008 aus der D.O. La Mancha besser.

Wer ist ihrer Meinung nach der Gewinner im internationalen Weinmarkt? Wer hat das beste Image? Und warum?

Das ist eine sehr schwere Frage. Das Image eines Landes variiert von Markt zu Markt. Dank des guten Image vom Bordeaux bleibt Frankreich der beliebteste Weinexporteur nach China, die Tendenz ist hier sogar steigend. In Großbritannien, wo sich die meisten Kunden von ausgeglichenen Weinen nicht für Bordeaux interessieren oder ihn nicht mögen, ist Frankreichs Absatz dagegen gesunken. Auch Spanien hat in England einen schlechteren Stand, da man es mit billigem Wein in Verbindung bringt, der im Urlaub getrunken wird. Die USA schätzen spanische Premiumweine dagegen sehr. Und Australien hat im Moment Schwierigkeiten, obwohl es dank seiner starken Marken und Produktvielfalt weiterhin ein wichtiger Weinlieferant für eine Vielzahl von Märkten ist.

Waren Sie schon einmal auf der FENAVIN? Was halten Sie von der Messe?

Ja ich habe die FENAVIN vor einigen Jahren kurz besucht und finde, dass die Messe für jeden interessant ist, der die Welt des spanischen Weins entdecken möchte.

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