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Ciudad Real, 09-11 de Mayo de 2017

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NOTAS DE PRENSA

Pau Roca, Generalsekretär des Spanischen Weinverbands: "Die FENAVIN ist ein gutes Instrument für einen erfolgreichen Weinbausektor"

Roca ist sehr zufrieden damit, bei seiner Verbandsinitiative Wine in Moderation auf einen Mitstreiter wie die FENAVIN zählen zu können. Er rät den Bodegas, ihre Teilnahme an der bevorstehenden Messeedition sorgfältig vorzubereiten

25.04.2011 | 

Pau Roca, Generalsekretär des Spanischen Weinverbands FEV und rechte Hand von Félix Solís, dem Vorstandsvorsitzenden der stärksten und repräsentativsten Organisation des spanischen Weinsektors, setzt großes Vertrauen in die FENAVIN, eine Initiative, die er anfangs, so um 2001, kritisch sah, aber heute allen Bodegas empfiehlt, um ihre Verkaufschancen im In- und Ausland zu optimieren, wie er im folgenden Interview näher ausführt.

1. Unmittelbar vor der fünften Messeausgabe, Anfang 2009, haben Sie in einem Magazin folgendes geäußert: "Der Weinsektor braucht eine spanische Weinmesse; mehr noch, jedes Land braucht seine eigene Weinmesse und die FENAVIN ist unsere. Wir vom Spanischen Weinverband setzen auf dieses Branchenevent". Nach der Veranstaltung der fünften Edition und an der Schwelle zur sechsten, wie bewerten Sie da die FENAVIN und ihre Erfolgsaussichten angesichts unserer aktuellen Konjunkturlage?

Gerade weil die aktuelle Konjunktur so negativ ist, sollten wir stolz darauf sein, diese Messe zu veranstalten, und darauf, dass sie bisher keinmal ausgesetzt oder zusammengestrichen werden musste. Zudem belegen die bisherigen Zahlen, dass wir weiter wachsen, trotz eines eindeutig kontraproduktiven wirtschaftlichen Kontextes. Die FENAVIN hat ihren Platz unter den Weinmessen gefunden, und wir verfolgen ihre positive Entwicklung aus nächste Nähe, weil sie auch ein Instrument für einen erfolgreichen Weinbausektor ist.

2. Was bedeutet für Sie die Unterzeichnung des ersten Kooperationsvertrags zwischen Ihrem Verband und der FENAVIN?

Wir sehen ihn als Chance, auf einen Mitstreiter wie die FENAVIN bei unserer Initiative Wine in moderation (WIM) zählen zu können, einer langfristigen Strategie, um den Weinkonsum konstant zu halten.

3. Wie reagiert die Branche auf die europäische Initiative 'Wine in Moderation'?

In der ersten Etappe sieht der Plan vor, im eigenen Sektor für das WIM-Konzept zu werben, denn es ist ein hohes Maß an Überzeugtheit erforderlich, damit alle Branchenakteure mitziehen. Der Unterschied zwischen unserer und anderen Branchen ist die große territoriale, bevölkerungsbezogene, symbolische und sogar ideologische Ausstrahlung, die vom Wein ausgeht. Deshalb waren und sind die erste Zielgruppe wir selbst; wir wollen uns selbst davon überzeugen, dass wir ein legitimes und gesundes Erzeugnis herstellen, wohl wissend, wo wir in einer globalen Welt, die nicht zwischen verschiedenen alkoholischen Getränken unterscheidet, das Risiko eingehen, nicht verstanden zu werden oder an die Grenzen fremder Kulturen zu stoßen, in diesen Momenten müssen wir für uns ganz klar haben, dass das ganz andere Welten sind.

Sobald wir mit unserer Initiative Rückenwind haben, werden wir mit wachsenden Ressourcen, in der Lage sein zu "missionieren", aber momentan geht es darum, wir selbst zu sein und in Spanien, in der Mancha, in jedem Stadtviertel und in jedem Dorf für das Weintrinken in Maßen zu werben, denn hier sind wir mit unserem Trinkverhalten Vorbilder, damit der Wein in Mode kommt.

4. Sie sind ständig mit dem Weinbausektor in Kontakt und kennen dessen Bedürfnisse aus erster Hand. Wie erlebt der Sektor die weiter bestehende Krise? Welches sind die großen Herausforderungen für die Weinbranche in dieser ungünstigen Konjunkturlage?

Zum einen besteht die Krise für den Weinsektor im Binnenverbrauch schon seit etlichen Jahren, deshalb leiden wir im Vergleich zu den übrigen produzierenden Branchen schon länger, was vor allem Winzer und Weinkellereien zu spüren bekommen, die mit ihren Spannen und Kosten sehr flexibel reagieren müssen. Zum anderen macht uns die Tatsache, dass wir uns bereits längere Jahre in der Krise befinden, etwas stärker in den Auslandsmärkten, denn es blieb uns in Ermangelung des Binnenkonsums nichts anderes übrig, als uns nach draußen zu wenden, und gleichzeitig fortschrittlichere Strategien zu entwickeln, so dass wir sozusagen nachhaltiger wirtschaften und besser gerüstet sind, weil in unserem Sektor das Geld noch nie auf der Straße lag und es auch keine überraschenden Wachstumsraten gab. Der Weinsektor hat sich die Strategie der Ameise aus der Fabel angeeignet, nicht die der Zikade.

5. Die jüngsten Exportdaten der Spanischen Weinmarktbeobachtung OEMV sprechen vom Wachstum an Volumen, weniger an Umsatz. Wie beurteilen Sie diese Ergebnisse? Warum lässt sich der Umsatz nur langsam steigern?

Diese Angaben ergeben sich aus einem Konglomerat von Posten und Unterposten, die man genauer analysieren muss. Ich kenne die statistischen Zahlen und die Zusammenstellung der Daten von der OEMV recht gut, weil sie dem kaum abgewandelten Berechnungsmodell des FEV folgen, das die Angaben der Zolldirektion auswertet. Auf internationalem Niveau zeigt Spanien durchaus Wettbewerbsfähigkeit. Man könnte also behaupten, dass der spanische Wein im Untersuchungszeitraum aufgrund von Preissenkungen Terrain gewinnt, aber das ist nicht wirklich ganz zutreffend, denn ich habe mit diesen Daten die Erfahrung gemacht, dass nicht selten die konjunkturbedingten Exporte den Blick auf die dauerhafte allgemeine Tendenz verstellen. Übrigens: Wenn wir z.B. die Daten vom November herausgreifen, dann sehen wir eine Umsatzsteigerung. Wir sollten also den Jahresabschluss abwarten, ehe wir Schlussfolgerungen ziehen, obwohl sich im Allgemeinen schon bestätigt, dass der spanische Sektor Kostensenkungen besser verkraftet als andere, was auf den Wein bezogen aber auch nicht immer stimmt.

6. Die großen Exportaussichten in die BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und Kanada, sind in aller Munde. Glauben Sie, dass diese die spanische Exportentwicklung maßgeblich beeinflussen werden, oder markieren sie bloß eine Tendenz?

Die Zukunft des Welthandels und des Konsums liegt eindeutig in diesen Ländern, also auch der von Wein. Allerdings sollte man nicht vergessen, das diese Länder zahlreiche Schwierigkeiten und Hindernisse aller Art aufweisen und somit große Anstrengungen und eine Menge Durchhaltevermögen erfordern, dennoch trifft es zu, dass dort eben die Millionen von Menschen mit Kaufkraft leben. Das ist eine objektive Tatsache, keine Meinung. Bedauernswserterweise sind Erzeugerländer wie Frankreich, Australien, Chile, etc. Längst in diesen Ländern aktiv, und zwar sehr viel mehr als die große Masse unserer spanischen Weinbaubetriebe, bis auf die bekannten Ausnahmen.

7. Die Zahlen zum Weinverbrauch in Spanien halten sich auf dem untersten Niveau, obwohl sie in den letzten Monaten einen leichten Anstieg verzeichneten. Ihr Verband FEV war es, der beim Ministerium für Umwelt, Land- und Wasserwirtschaft am 30. November letzten Jahres einen Subventionsantrag für eine breite Weinkampagne in Spanien von 2011-2013 gestellt hat, mit dem Ziel, jährlich eine Million Euro in die Werbung und Aktionen des spanischen Privatfernsehens zu investieren. Welche lang- oder mittelfristigen Ergebnisse versprechen Sie sich von einer solchen Kampagne?

Kurzfristig geht es darum, einen Kooperationsmechanismus zwischen den verschiedenen Brancheninstitutionen in Gang zu bringen, also der Konferenz der Kontrollräte, der Fundación Tierra de Viñedos (Stiftung Land der Weinberge), FEV und dem Landwirtschaftsministerium MARM, um gemeinsam dem Verfall des spanischen Weinkonsums mit Aktionen entgegen zu wirken, denn der erreicht bereits ein Ausmaß, dass man befürchten muss, der Weinkonsum und dessen legitimen Platz in unserer Gesellschaft könnten ins Wanken geraten. Langfristig geht es darum - und das kann man mit einer anhaltenden Investition und der Verstärkung der o.g. Kooperation erreichen -, zum einen aktiv für den Weinkonsum zu werben, und zum anderen für die Alkoholprobleme der spanischen Gesellschaft, vor allem der Jugend, die nicht weiß, wie man trinkt, eine angemessene Lösung anzubieten. Insofern wollen wir langfristig ein Instrument zur Stärkung der Volksgesundheit im Bereich Alkohol sein, weil wir davon überzeugt sind, dass die richtige Erziehung zum Weingenuss dazu beitragen kann, ein schwerwiegendes Problem in der jungen Bevölkerung Spaniens einzudämmen.

8. Wenn Sie all das im Hinterkopf haben, welchen Rat können Sie dann den spanischen Winzern geben, die an der FENAVIN 2011 teilnehmen werden?

Ich gebe ihnen den Rat, sich sorgfältig auf die Messe vorzubereiten; die Absicht an der FENAVIN teilzunehmen ihren Kunden oder Anbietern mitzuteilen; mit reichlich Vorlauf ihre Kontakte aufzufrischen, Besprechungen zu verabreden und ihren Terminkalender zu füllen. Manchmal überlassen wir Spanier zuviel dem Zufall, und dann kommt nichts dabei heraus. Man muss sich rechtzeitig um die Reservierungen in den öffentlichen Verkehrsmitteln und im Restaurant kümmern etc. All das ist wichtig, damit alles gut klappt und unsere Kunden sich richtig betreut fühlen. Die müssen z. B. wissen, wo sie parken können oder wer sie am Bahnhof abholt, der Pendelverkehr muss eingerichtet werden etc.

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