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Ciudad Real, 09-11 de Mayo de 2017

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NOTAS DE PRENSA

Pau Roca, Generalsekretär des Spanischen Weinverbands FEV: "Der spanische Weinsektor braucht eine Landesschau, und das ist die FENAVIN"

Pau Roca, Generalsekretär der FEV (Federación Española del Vino)

Pau Roca, Generalsekretär der FEV (Federación Española del Vino)

Während einer Zusammenkunft mit dem Messedirektor Manuel Juliá hat Roca angekündigt, mit der FENAVIN eine Vereinbarung zu unterzeichnen, die einer Kampagne zum maßvollen Weinkonsum in Spanien den letzten Anstoß geben soll.

15.02.2009 | 

Pau Roca, der Hauptvertreter der Federación Española del Vino, FEV reagierte mit Skepsis, als ihm im Jahr 2000 der "Navegationsplan" der Spanischen Weinmesse FENAVIN vorgelegt wurde. Heute, neun Jahre danach, ist Roca von den Vorzügen einer Messe, die nach seinen Aussagen "der spanische Weinsektor dringend braucht", ehrlich überzeugt. Dieses Vertrauen will er zu einem nicht allzu fernen Zeitpunkt durch die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit der Messeleitung bekräftigen, zu dem Zweck, eines der großen Verbandsanliegen in Angriff zu nehmen: eine Kampagne zum gemäßigten Weinkonsum, als Lösung für das die Volksgesundheit bedrohende Alkoholproblem, die nebenbei den Startpunkt markiert für die Rückeroberung des deutlich im Abschwung begriffenen Binnenmarktes.
Anlässlich seines Treffens mit dem Messedirektor Manuel Juliá in Ciudad Real vor wenigen Tagen bestätigte Pau Roca die guten Aussichten für die bevorstehende fünfte Ausgabe der FENAVIN und kam noch einmal auf die verschiedenen Bedrohungen des Weinsektors zu sprechen.

1. Ganz ehrlich: Was haben Sie gedacht, als sie das erste Mal von der FENAVIN hörten?
Als Manuel Juliá mir damals von dem Vorhaben erzählt hat, da habe ich als erstes gedacht, dass es schon sehr viele Messen gibt, eine riesige Konkurrenz. Und bin dann auch davon ausgegangen, dass es ein lokales Ereignis werden würde, eine kleine, übersichtliche Schau ...

2. Und wie sehen Sie die Messe jetzt, nach vier Ausgaben und kurz vor ihrer fünften Edition?
Tatsache ist, dass der spanische Weinsektor eine eigene Messe benötigt, oder anders gesagt, jedes Land bräuchte eigentlich seine eigene Weinmesse, und die FENAVIN ist unsere. Wir vom Spanischen Weinverband sind von ihr überzeugt.

3. Wie sehen die größten Herausforderungen für den Weinsektors in der aktuell schlechten Konjunkturlage aus?
Unser Hauptproblem ist der aktuelle Verbrauch, 18 Liter pro Einwohner und Jahr sind einfach zu wenig. Wir sind ein unglaublich produktives Land, haben aber einen verschwindend geringen Eigenverbrauch.
Ein weiteres großes Problem, sind die Angriffe der Gesundheitspolitik, die auf den Wein die gleichen Parameter anwendet wie auf die übrigen alkoholischen Getränke. Dabei bringt der Wein die Antwort auf das Alkoholproblem sozusagen selbst schon mit. Und die FENAVIN bietet uns tatsächlich eine ideale und neutrale Plattform und eine perfekte Gelegenheit, um die Botschaft zu lancieren, dass Wein in Maßen getrunken werden soll. Und es stimmt ja auch, nur in Maßen ist er ein Genuss.

4. Genau in diesem Sinne, nämlich um einen gemäßigten Weinkonsum zu propagieren, hat der Spanische Weinverband vor einigen Wochen eine Vorlage zur Selbstregulierung der Werbung im Weinsektor gemacht. Wie wurde die unter den Winzern aufgenommen?
Um unsere Botschaft zu lancieren, haben wir ein Programm für den Maßvollen Weinkonsum erstellt, das auf drei Füßen steht: ein informativer Weinrat, in Form einer großen wissenschaftlichen Plattform, die die Vorzüge des gemäßigten Weinkonsums beschreibt und belegt; dann die Standards der europäischen Kommunikation, in Form von Aufrufen zur Mäßigung (konkret unter dem gewählten Motto: "Wein ist nur in Maßen ein Genuss") und einem Leitfaden für Unternehmen über die Handelskommunikation, darum geht es in der erwähnten Vorlage; und drittens es ein Schulungsprogramm zum Weinkonsum. Und dies alles erfordert in einem Sektor mit so vielen Akteuren und Organisationen eine Menge Vereinbarungen und Absprachen, mit denen wir auf der diesjährigen FENAVIN beginnen wollen. Die Messe bietet uns dazu den neutralen Boden, den wir brauchen, um niemandem auf die Füße zu treten.

Ich glaube, es ist wichtig, Vereinbarungen im großen Stil zu treffen: die Erste werden wir aus gegebenem Anlass mit dieser Messe schließen, die uns, ich wiederhole es, einen virtuellen Raum bietet, einen groß gesteckten Rahmen, in dem Vereinbarungen ermöglicht werden, die über einen bestimmten physischen oder geographischen Ort hinausreichen. Wir befinden uns in Ciudad Real, aber wir bewegen uns auf nationalem Boden. Und werden dafür eintreten, dass der Wein für die alkoholbedingten sozialen Probleme eine Lösung sein kann, diese Botschaft können wir von Ciudad Real aus weitergeben.

Mit diesen Vereinbarung muss man dann natürlich die geeigneten Mittel finden, um den Weinverbrauch in Spanien anzukurbeln, indem man die Volksgesundheit im Auge behält.

5. Um von der FENAVIN zu sprechen: Welches sind die größten Herausforderungen dieser neuen Ausgabe?
Eine Einrichtung, die beiden Polen des Handels solche fantastischen Dienste zu bieten hat, kann gar nicht anders, als weiterhin erfolgreich zu sein. Ich will damit sagen, dass auf der einen Seite den Einkäufern mit dieser Messe etwas sehr Attraktives geboten wird, und dass die Anbieter auf der anderen ihre Erzeugnisse hier ausstellen, nun ja, weil sie sonst etwas verpassen würden. Die FENAVIN hat als Messe bereits ihren Weg gemacht. Wir sind doch all die internationalen Messen leid, die inzwischen so riesig sind, dass man niemanden mehr trifft und es nur noch darum geht, wer wie viele Quadratmeter belegt.
Dagegen ist die FENAVIN sehr bequem, sie ist unweit von Madrid, hat einen Flughafen ... Sie ist eine Messe hier bei uns, die aber genauso gut anderswo stattfinden könnte, und das Attraktive an ihr ist, dass sie gerade nicht überfüllt ist. Wenn die richtigen Leute kommen, was wollen wir dann mehr?

6. Welchen Rat erteilen Sie den Ausstellern der FENAVIN 2009?
Dass sie die richtigen Leute am Stand haben, damit sie auf der Stelle Entscheidungen treffen können und interessierte Einkäufer nicht ins Leere laufen, indem sie nur eine Aushilfe oder Hostess antreffen. Die Messe ist eine ideale Gelegenheit, um über die Zukunft, über Geschäftsvereinbarungen zu sprechen. Deshalb sollten mit Entscheidungsbefugnis anwesend sein.

7. Lassen Sie uns jetzt von Zahlen sprechen. Wie beurteilen Sie die um 6 % rückläufigen Ausgaben der Konsumenten für Wein in Restaurants im Jahr 2008? Diese Zahl haben die Spanischen Beobachter des Weinmarktes angegeben.

Das ist eine weitere negative Zahl, vor allem, in der Tendenz, die sich daraus ablesen lässt. In diesem Fall geht es um die Verlagerung des Weinkonsums im Restaurant zum heimischen Konsum. Besonders davon betroffen sind Restaurants von höherer Qualität und Preisniveau. Spanien geht es derzeit ganz und gar nicht gut. Nur der Konsum im Lebensmittelkanal kommt ein bisschen besser weg.

8. Der spanische Weinexport ist während der ersten sieben Monate 2008 im Wert um 15 % und im Umfang um 18 % gestiegen, obwohl dieser Zuwachs im zweiten Halbjahr wieder abgeflaut ist. Trotzdem ist das insgesamt ein gutes Ergebnis. Glauben Sie, dass wir uns zu sehr auf den Außenhandel konzentrieren und dabei die Ankurbelung des Weinkonsums hier bei uns aus dem Auge verlieren? Die Weine aus Castilla-La Mancha sind jedenfalls im Angebot des spanischen Marktes nicht wirklich präsent.
Wir müssen den Binnenmarkt zurückerobern. Es kann nicht angehen, dass wir im eigenen Land so wenig verkaufen, obwohl jährlich fast 60 Millionen Touristen nach Spanien kommen. Wenn wir die noch abziehen, dann ist der Binnenverbrauch lächerlich. Rein objektiv dürften wir keinen so niedrigen Verbrauch verzeichnen. Andererseits sind Länder mit einem geringen Binnenverbrauch, wie Belgien und Holland beim Obst und Gemüse, Spitzenreiter beim Export. Sie sind als erste in die Ferne geschweift, weil ihr eigener Markt nicht genügend abnahm. Vom Binnenmarkt gestraft zu sein, schafft auch einen Anreiz, den hat Spanien genutzt und ist nach draußen gegangen. Wir sind gute Exporteure und wir werden es bleiben, aber jetzt sollten wir auch Spanien als interessanten Zielmarkt ansehen, genauso, wie jeden Exportmarkt. Wir müssen uns genauso für den Binnenabsatz einsetzen wie wir es für den Verkauf in allen anderen Ländern tun. Wir wollen versuchen, mit einer verbesserten Distribution Einfluss zu nehmen auf den Binnenkonsum und durch die Zusammenarbeit von allen möglichen Institutionen, damit wir uns die neuen Generationen zu maßvollen, gesunden Weinkonsumenten heranziehen; solange das Weintrinken verknüpft wird mit bestimmten Verhaltensregeln, kann es zum Garant werden, dass sich das große Alkoholproblem durch einen angemessenen Weinkonsum lösen lässt. Das ist eine Herausforderung und die stellt auch eine Provokation dar, aber gleichzeitig, bin ich davon überzeugt, dass dies die einzige Möglichkeit ist, die Lage zu verändern.

Schließlich kann die Zunahme des Weinkonsums auch eine Lösung für den Alkoholkonsum bieten, vom 'Botellón' bis zum Komasaufen an den Wochenenden ... die Lösung ist nicht eine Prohibition, die Lösung ist der Weinkonsum mit vernünftigen, intelligenten Regeln. Vielleicht müssen wir auch zurück zum Kurzen oder höherprozentige Biere brauen. Ich glaube, dass das Problem anfing, als alkoholhaltigen Getränke stark beworben wurden und die Zielgruppen für Produkte, die als Erfrischungsgetränke getarnt waren, immer jünger wurden.

9. Und wie stellen Sie sich den Sektor in vier Jahren vor, wenn die Vorschläge der neuen Weinmarktordnung bereits umgesetzt sind?
Ich sehe ihn sehr gut positioniert: Er hat Marken, Unternehmen einer bestimmten Größenordnung, er befindet sich in einem Prozess der Konsolidierung ... Es bleibt abzuwarten, wie sich der Verkauf von Domecq Wines entwickelt: Wer wird das größte spanische Weinunternehmen kaufen? Ich sehe, dass wir mehr Möglichkeiten haben als Frankreich, auch mehr unternehmerische Fähigkeiten, viele Stärken, die uns in der Tat unter den europäischen Erzeugern eine Sonderstellung einräumen. Wir sind ein Hybride zwischen den Ländern der neuen Welt und der europäischen Weintradition.

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